IsarPark nimmt Vorreiterrolle ein

Plattling. Was machen Flöße im IsarPark? Sie bringen Kindergartenkinder und Senioren zusammen. Dies hat eine Pressekonferenz am Donnerstagabend im IsarPark ergeben. Dabei gaben BRK-Kreisvorsitzender und Staatssekretär Bernd Sibler, Seniorenheimleiter Peter Jurack, Pflege-Bereichsleiter Michael Döschl, Kindergartenleiterin Barbara Meier und Projektleiterin Rita Weber bekannt, dass die Glücksspirale das Generationenhaus IsarPark finanziell unterstützt.

Unter einem Dach betreut das Bayerische Rote Kreuz sowohl Senioren als auch Kindergartenkinder. Schon vor neun Jahren sei der Grundgedanke entstanden, eng zusammenzuarbeiten, erläuterte Weber. Seitdem unternehmen Kinder und Senioren viel miteinander. Sie basteln, singen und spielen sogar Fußball. Hat ein Senior Geburtstag, stehen über 20 Kinder vor seiner Tür und singen "Wie schön, dass du geboren bist". 99 Prozent der Heimbewohner freuen sich über den Besuch, erzählen Weber und Meier.

Weil die stetige Arbeit zwischen Alt und Jung – Weber nennt sie intergenerative Arbeit − Zeit und Kraft erfordert, formte sie aus den entstandenen Aktionen einen Projektplan. Diesen reichte Pflege-Bereichsleiter Döschl bei der Glücksspirale ein und erhoffte sich Unterstützung. Seit Juni vergangenen Jahres erhält der BRK-Kreisverband Deggendorf von der Stiftung Lotterie Glücksspirale Fördergelder – ein Jahr lang, teilte Sibler mit. Damit entstehe ein zusätzliches Stundenkontingent von fünf Stunden pro Woche. In der Praxis: Im IsarPark arbeitet eine zusätzliche Kraft. Sollte die finanzielle Förderung im Sommer enden, "wird das Projekt auch weiterhin fortgeführt", versicherte Sibler, wobei die Verantwortlichen auf weitere Fördergelder hoffen.

"Innovativ und zukunftsweisend"

Auf der Pressekonferenz sprach es zwar niemand aus, aber der IsarPark in Plattling nimmt wohl eine Vorreiterrolle ein. Der Ausschuss Glücksspirale bei der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege bezeichnete Sibler zufolge das Projekt als "innovativ und zukunftsweisend". Wegen des großen Erfolges soll es der Landesgeschäftsführung und deren Beiräte Mitte des Jahres vorgestellt werden.

Obwohl immer wieder das Wort "Projekt" fiel, betonte Jurack, dass im IsarPark das Zusammenleben natürlich gewachsen sei. Die räumliche Nähe sei ein entscheidender Vorteil. "Davon profitieren alle." Jurack, der bereits mehrere Heime leitete, habe intergenerative Arbeit bestrebt – so gut wie im IsarPark klappte es aber nirgends. Weiter hob er hervor, dass auch die Mitarbeiter eine Generation darstellen und einen bedeutenden Teil dieser Arbeit leisten.

"Die Mutter des Projekts", Rita Weber, sagte, dass der kontinuierliche Kontakt und das regelmäßige Miteinander zu einem Wir-Gefühl führten. Jung und Alt kennen sich. Während Döschl die Freude in den Augen der Senioren erkannte, lobte Sibler den "fruchtbaren Austausch". Ein Beispiel dafür lieferte der kleine Johannes, der dank der gemeinsamen Werkstunden mit einem besonders engagierten Herren weiß, was Oberflächenspannung bedeutet. Denn mit dem Senior bauten die Kinder Flöße, die sie später zu Wasser ließen. Die physikalischen Gesetze erlernten sie spielerisch nebenbei.

Kreisvorsitzender Sibler pochte abschließend darauf: "Strukturen sind wichtig, doch auf die Menschen kommt es an, diese mit Leben, Begeisterung und Herzblut zu füllen."

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Quelle: PNP http://www.pnp.de/region_und_lokal/paid_content/landkreis_deggendorf/plattling/2405524_IsarPark-nimmt-Vorreiterrolle-ein.html

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